Wissen für moderne B2B-Kaltakquise
Datenschutzgrundverordnung DSGVO und Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG
Hier findest du praktische Erläuterungen zur DSGVO, zum UWG und zur rechtssicheren Ansprache von Unternehmen.
Dabei lassen sich viele Risiken durch transparente Kommunikation reduzieren.
Für dieses Projekt, in der IT-Branche, wurden alle Kontaktdaten aus öffentlich zugänglichen Verzeichnissen recherchiert.
Insbesondere nutzten wir "Das Örtliche" (Online Telefonbuch).
Dadurch konnten wir jederzeit erklären, woher die Kontaktdaten stammen.
Bereits im Einstiegssatz erläuterte ich die Herkunft der Kontaktdaten.
Dies sorgte regelmäßig für eine entspannte Gesprächsatmosphäre.
Ein wichtiger Bestandteil unseres Vorgehens war die Frage:
"Darf ich Ihnen kurz erklären, warum ich anrufe?"
Erst nach Zustimmung wurde das Angebot vorgestellt.
Damit erhielt die angesprochene Person die Möglichkeit, die Gesprächsrichtung selbst mitzubestimmen.
Da dieses Kaltakquise Projekt für einen IT-Dienstleister auf 200 Kontakte begrenzt war, genügte eine strukturierte geschützte Excel-Liste.
Dokumentiert wurden:
Kontaktversuche
Gesprächsergebnisse
Rückmeldungen
Follow-up Aktivitäten
Bei Interesse baten wir um die geschäftliche E-Mail-Adresse.
Anschließend wurde das Angebot schriftlich übermittelt.
DSGVO und UWG bedeuten für Selbstständige und Einzelunternehmer nicht das Ende der Kaltakquise.
Entscheidend sind Transparenz, Dokumentation und ein respektvoller Umgang mit den angesprochenen Personen.
👉 Wenn du ein Unternehmen führst und Kaltakquise betreibst, solltest du die Grundlagen von DSGVO und UWG kennen. In meinem Kurs zeige ich die für die B2B-Kaltakquise relevanten Regeln praxisnah und verständlich.
Rechtssichere Telefonakquise – Erfahrungen aus einem Vertriebsprojekt für einen polnischen Baumaterial-Hersteller
Im Rahmen eines Projekts unterstützte ich einen polnischen Hersteller nachhaltiger Baumaterialien beim Markteintritt in Deutschland. Dabei spielte die rechtssichere Organisation der Kaltakquise von Beginn an eine wichtige Rolle.
Unser Ziel war es, neue Händler, Wiederverkäufer und Direktkunden zu gewinnen, ohne unnötige rechtliche Risiken einzugehen.
Die Kontaktdaten recherchierte ich ausschließlich selbst aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Unternehmenswebseiten und Impressen. Wurde ich mit der Geschäftsführung verbunden, konnte ich transparent erläutern, wie ich auf das Unternehmen aufmerksam geworden war.
Äußerte ein Ansprechpartner den Wunsch, künftig nicht mehr kontaktiert zu werden, dokumentierte ich dies unmittelbar im CRM-System und entfernte den Prospect aus meiner aktiven Pipeline. So konnten wir sicherstellen, dass dieser Wunsch dauerhaft berücksichtigt wurde.
Einen Graubereich gab es beim Versand von E-Mails. Über unser CRM-System bestand die Möglichkeit, E-Mail-Kampagnen an öffentlich erreichbare geschäftliche E-Mail-Adressen zu versenden. Uns war bewusst, dass wir uns dabei zwischen den Anforderungen der DSGVO und den Vorgaben des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) bewegten. Deshalb gingen wir sehr zurückhaltend vor.
Wir versendeten keine allgemeinen Werbemails, sondern formulierten die Nachrichten möglichst individuell und mit einem klaren Bezug zum Unternehmen und dessen Geschäftsfeld. Da wir überzeugt waren, ein relevantes Produkt für die jeweilige Zielgruppe anzubieten, entschieden wir uns bewusst für dieses Vorgehen und nahmen das verbleibende Restrisiko in Kauf.
Ein interessanter Effekt zeigte sich in den anschließenden Telefonaten: Rund die Hälfte der angeschriebenen Unternehmen hatte die E-Mail nach eigener Aussage gar nicht wahrgenommen oder noch nicht geöffnet. Wurde im Gespräch auf die Nachricht Bezug genommen, erklärten viele Ansprechpartner jedoch, dass das Thema grundsätzlich interessant sei. Für uns bestätigte das, dass ein persönlicher Anruf häufig wirkungsvoller ist als eine E-Mail allein.
Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, wie es mit rechtlichen Graubereichen umgeht und welches Risiko es eingehen möchte. In unserem Projekt wurden diese Entscheidungen bewusst abgewogen und dokumentiert.
In meinem Kurs „DSGVO & Kaltakquise 2026: Rechtssichere Telefonakquise“ erläutere ich die Anforderungen der DSGVO und des UWG im Detail. Sie lernen, welche Vorgehensweisen rechtlich unkritisch sind, wo Graubereiche beginnen und wie Sie Ihre B2B-Kaltakquise datenschutzbewusst organisieren können.
In einem Projekt für einen Nearshore-Dienstleister im SAP-Beratungsumfeld bestand die Herausforderung darin, ohne Markenbekanntheit und ohne etablierte Referenzen möglichst viele potenzielle Kunden auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und sie auf die Unternehmenswebseite zu führen.
Dafür kombinierten wir drei Vertriebskanäle: E-Mail, Telefon und LinkedIn.
Den ersten Kontakt stellten wir über eine dreistufige E-Mail-Serie, persönliche LinkedIn-Anfragen und telefonische Kaltakquise her. Ziel war nicht der sofortige Verkaufsabschluss, sondern möglichst viele Berührungspunkte mit potenziellen Kunden zu erzeugen.
Anschließend erfassten wir systematisch die Reaktionen auf allen Kanälen:
Wer vernetzte sich mit uns auf LinkedIn?
Wer öffnete die versendeten E-Mails?
Welche Unternehmen waren telefonisch erreichbar?
Welche Unternehmen besuchten nach unserem Outreach die Unternehmenswebseite?
Für die Homepage nutzten wir zusätzlich eine Analyse-App, die uns zeigte, welche Unternehmen welche Landingpages besucht hatten. Dadurch konnten wir erkennen, welche Themen für einzelne Unternehmen besonders relevant waren.
Alle Kontaktpunkte wurden dokumentiert und zusammengeführt. Anstatt jeden Prospect gleich zu behandeln, konnten wir unsere weitere Ansprache an den bereits vorhandenen Interaktionen ausrichten. Unternehmen mit mehreren Berührungspunkten wurden beispielsweise später erneut kontaktiert oder gezielt weiterentwickelt.
Dieses Projekt hat gezeigt, wie wichtig eine strukturierte Dokumentation sämtlicher Kontaktpunkte ist. Erst das Zusammenspiel von E-Mail, Telefon, LinkedIn und Website-Analyse ermöglichte es, eingehende und ausgehende Leads systematisch zu messen, auszuwerten und für den weiteren Vertriebsprozess zu nutzen.